Tag 1 - Montecatini
Sonntag 20:00. Vor dem Gymnasium am Mühlenberg haben sich 42 mutige Abenteurer versammelt. Es liegt ein Hauch von Anspannung gepaart mit einer enormen Menge Vorfreude und Erwartung in der Luft. Die lange geplante Studienfahrt in die Toskana liegt bevor. Auf unsere tapferen Helden warten nun 20 Stunden Busfahrt aus denen auf magische Weise noch 22 werden sollten. Am Ende der ersten Stunde der Fahrt verrät ein Blick auf die Uhr, dass die ersten 10 Minuten nun überlebt sind. Eine schockierende Feststellung: Für die Zeit gelten hier die gleichen Gesetzmäßigkeiten, wie im Unterricht mancher Lehrer. Nach nur einer halben Stunde ist bereits das erste Süßgetränk verschüttet, was die Reise unserer Protagonisten um regelmäßige „ffft, fffft“-Geräusche bereichert, die immer dann ertönen ,wenn in Reihe sechs, sieben oder acht jemand auf der linken Seite die Füße anhebt. Entgegengewirkt wird hier allerdings mit einer sympathischen Mische aus Malle-Pop, Deutsch-Rap und Sri-Lanka von Rayk Kummer. -abenteuerlich! Im weiteren Verlauf sollten zu gegrölten Sri-Lanka-Chorälen Legenden wie „Turbo-Benni“, der alles kann, geboren und jegliche Benimmregeln abgelegt werden. Aus Gängen werden Liegen, aus einst vorfreudigen Abenteurern geschlagene Halbleichen und aus Freunden Feinde. Der ewige Konflikt ist eingetreten und seine Kontrahenten sind Koffein und Melatonin. Man könnte sagen es trennen sich die Spreu vom Weizen oder zärtliche Gaumenstreichler von beherzten Kauleistenbürstern. Während viele das botanische Erlebnis der Dunkelheit verschlafen (Lärmschutzwände und Lastkraftwägen) haben die Harten den Garten erreicht und erblickt. -Zumindest in den drei Momenten hellen Sonnenscheins (drei von drei möglichen Blitzeranlagen, die Turbo-Benni sich nicht nehmen ließ). Vier Autogrills später war Montecatini endlich erreicht und es folgten gemischte Gefühle, denn neben einer Vielzahl schäbiger Fassaden wies die Stadt auch einige herausgeputzte Touristenoasen auf. Leider war das Universo-Hotel keine davon. Mit dem Charme eines Osteuropäischen Grinsens unberührt von jeglicher moderner Zahnmedizin reihte sich das Hotel schon auf den ersten Blick in die abenteuerlichen Umstände der Fahrt ein. Einen Hoffnungsschimmer stellt allerdings ein schwarzer Flügel im Eingangsbereich des Universos dar. Bei Interaktion mit selbigem stellte sich allerdings heraus, dass auch dieser seine besten Tage hinter sich gebracht hat, da er ebenso wie die Fassade eine hübsche Zahnlücke in Form eines fehlenden Fis hat und die Töne so verschoben waren, wie das zuvor erwähnte Grinsen. Der letzte Funken Hoffnung erlosch dann bei der Erkundung der Zimmer, denn diese hießen unsere Helden willkommen mit dem einladenden Geruch von Moorleiche und Rauch, sowie gesprungenen Waschbecken, der Abwesenheit von Schließanlagen an Badezimmer- und Terrassentüren und einer bunten Mischung verschiedener Haare und Flecken. Schlussfolgerung: Das ist hier alles viel zu doll! Erschlagen von der Fahrt entscheidet Häuptling Grell, dass die Wanderung zur Zahnradbahn und die Fahrt mit selbiger zum Wohl der Gruppe entfallen. Somit geht der erste Tag in der Toskana in Begleitung einer Stadtrally zu Ende
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